„Das wird man doch noch sagen dürfen!“

Schlechte Menschen. Gute Menschen. Die Zeitung. Überall liegt sie. Immer mit besonders großen Buchstaben, für die die altersbedingt nichts mehr sehen. Viel günstiger als die anderen Tageszeitungen. Das ist schön. Da sieht man, dass die Verantwortlichen dieser Zeitung die Menschen lieben.

Mit freundlichen Grüßen,

F.J. Wagner

„DAS KANN MAN DOCH NICHT MACHEN! DEN LAHM INS MITTELFELD?!?“

Ich habe ja schon grundsätzlich ein Problem mit Zeitungen. Hauptsächlich weil sie nie pünktlich im Briefkasten sind und meistens nur Mist drin steht. Heutzutage bekommt man ja auch alle Informationen im Internet. Trotzdem lese ich gerne Zeitung, wahrscheinlich einfach aus nostalgischen Gründen. Das Geräusch beim Umblättern, die Zeitung, die immer so knickt, dass man entweder alles im Gesicht hat, oder ewig braucht um auf die nächste Seite zu kommen. Liegt vielleicht aber einfach an meinem Unvermögen. Trotzdem schön.

„NA HÖANSEMAL! ICH BIN JA KEIN RASSIST,ABER…“

Es gibt eine Zeitung, die ich nicht mag. Wenn diese Zeitung ein Mensch wäre, sein Tagesverlauf wäre folgendermaßen:

5:30 Uhr

Aufstehen. Der Sonne entgegen lachen, gleichzeitig innerlich weinen, weil Arbeit habe ich nicht. Keine Lust

6:30 Uhr

Frühstück. Die erste Flasche Chardonnay ist geleert. Der Junge, der die Zeitung bringt, wird erstmal als „SCHEIß AUSLÄNDER“ beschimpft, obwohl nicht einmal sicher ist, wo er her kommt. Oder ob er vielleicht schon immer da war.

9:30 Uhr

Am Fenster stehen. Mit einem Kissen unter den Armen wird alles und jeder kritisch beäugt, der vorbei läuft. Vorallem alle unter 50. Die Jugend von Heute ist aber auch völlig verkommen.

12:30 Uhr

Mittagessen. Lecker deutsche Bratwurst, weil „dit hammse uns noch nisch weg jenommen!“

14:00 Uhr

Erster Schlaganfall des Tages („Das internationale Finanzjudentum und die Amis sind schuld!“)

16:00 Uhr

Der hauseigene Angela Merkel – Gedächtnisschrein wird angebetet („Wir brauchen keine Moscheen in Deutschland!“)

18:00 Uhr

Abendessen. Döner Kebap. Davor sicher gehen, dass auch niemand zuschaut.

20:00 Uhr

Im Bett. Keine Frau daheim, deshalb innerlich die Emanzipation von Frauen verfluchen.

22:00 Uhr

Unruhiger Schlaf, weil unterbrochen von Schlaganfällen und sich ausbreitendem Hass gegen Alles und Jeden.


„KINDERSCHÄNDER AUF DEN ELEKTRISCHEN STUHL!“

Sicherlich, die meistgelesene Zeitung in Deutschland ist nicht die Ausgeburt der Hölle. Auch sind die Menschen die dort arbeiten, bestimmt privat ganz anders. Trotzdem frage ich mich, ob es eine Obergrenze für journalistisches Talent gibt um da zu arbeiten. „Wir sind die Stimme Deutschlands“ – Ihr seid nicht die Stimme Deutschlands. Ihr seid eine Karikatur einer Gesellschaft, die es eigentlich nur in Köpfen mit dem IQ einer Straßenlaterne gibt. Deutschland ist nicht so. Aber Deutschland wird so, sollte diese Zeitung jemals mehr Macht bekommt, als sie sowieso schon hat. Menschenleben wurden zerstört, nur weil diese Zeitung etwas als Tatsache dargestellt hat, was bisher noch nicht mal zu einer Vermutung gereicht hat. Andere Kulturen werden gnadenlos denunziert und von oben herab betrachtet, als hätten sie uns etwas getan. Die Krise im Gaza-Streifen wird gnadenlos ausgenutzt, um sämtliche Juden dieser Welt als Schuldige dar zustellen, nur weil eine Regierung erst auf den Knopf drückt und dann denkt. Den Rest des Jahres wird dann genau das Gegenteil praktiziert. Sportler werden wie Heilige gefeiert und in der Öffentlichkeit komplett zerfetzt, wenn jemand was von einem Schwager eines Kollegen gehört hat.

Dieser Zeitung kann man ruhig alles glauben, dann muss man schon nicht soviel denken. Wie praktisch.

Und warum überhaupt aufregen? Wir sind doch schließlich Weltmeister!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=sB49va97SYo]

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