Eine Ode an das Pixelsuchen.

Ich weiß, ich weiß. Letzte Woche erst habe ich erzählt, dass Kinder heutzutage viel zu wenig lesen und nur noch an Konsole und Fernseher hängen. Vergiss das jetzt einfach mal. Schließlich bin ich selbst mit PC und Internet aufgewachsen. Vor allem Computerspiele haben es mir im Verlauf meines Lebens angetan. Im Folgenden nun:

Warum die Realität langweilig und „El Pollo Diablo“ kein Gericht beim Spanier ist.


 

Stell dir vor, du bist ein „mächtiger“ Pirat. Beziehungsweise wärst du das gerne. Leider bist du ein Volltrottel, dessen Vorname daher rührt, dass dein Erfinder einfach völlig ideenlos ist. Deine Geliebte wurde erst von dir in eine Goldstatue verwandelt und dann von einem Zombiekapitän entführt. Retten kannst du sie nur mithilfe einer dicken Voodoolady und eines großen Schatzes. Verwirrt? Dann weißt du wie es mir im Alter von 5 Jahren ging…

Eines der ersten Spiele, an die ich mich erinnern kann, war „The Curse of Monkey Island“. Sicher nicht das beste Spiel der Reihe und die Hälfte habe ich sowieso nicht verstanden, aber was interessiert das schon einen 5-Jährigen. Gespielt habe ich zuerst bei einem Freund, obwohl meine Eltern im Bezug auf PC´s relativ liberal eingestellt waren. Da war ja noch die Sache mit „Wolfenstein 3D“, aber verrat das bloss meinen Erzeugern nicht! Ich fand es immer wahnsinnig spannend, in fremde Welten abzutauchen, ohne das Zimmer verlassen zu müssen (Obwohl das den Sozialkompetenzen in dem Alter sicherlich zuträglich gewesen wäre).

Im Kindesalter habe ich oft auch draußen mit Freunden gespielt, habe stets Sport getrieben und in der Schule aufgepasst (Bis zur 7.Klasse, dann kamen Pickel, Pubertät und andere Probleme, hauptsächlich Frauen und Computerspiele, womit ich gerade meinen kompletten Artikel über Bücher widerrufen habe, wirklich toll gemacht Pippo!). Trotzdem war es stets eine Freude, den Computer anzuschalten (Im Nachhinein relativ bitter, ich wusste mehr über Computer als über meine komplette Umwelt) und „Anno 1602“ oder „Max Payne“ zu spielen (Ich glaube das Spiel hat mich im Alter von 10 Jahren komplett verstört und verdorben, Eltern, hört auf die USK!).

In der vorher genannten Pubertät hatte ich das Glück (oder Pech?), einen Freundeskreis zu haben, der sich meist vor den heimischen Rechnern versammelte, und in Teamspeak (Wie Skype, nur nicht so cool) den Tag besprach. Sicher, man hätte sich auch treffen können, aber dann hätte man ja das Haus verlassen müssen. Oder andere Menschen sehen, übrigens auch ein Vorteil von Teamspeak gegenüber Skype. „Den Tag besprechen“ beinhaltete übrigens weder Frauen, Autos oder Schule, sondern nur was man als nächstes in „Counterstrike“ oder „World of Warcraft“ treibt. Übrigens, Schule war zu dieser Zeit nur eine Randerscheinung, wir waren, wenn wir denn mal da waren, nur körperlich anwesend. Keine Angst, wir haben uns auch im echten Leben noch getroffen, dies jedoch meist zum gemeinsamen Umtrunk am Wochenende, wo das Gesprächsthema eigentlich immer das gleiche war.

Wer heute „Nerd“ mit großen Hornbrillen und lustigen „Star Trek“-Shirts verbindet, weiß nicht wie Nerds noch vor 10 Jahren angesehen wurden. Meistens mit Verachtung. Ok, so schlimm waren wir sicher nicht, zumindest hielten wir uns immer für etwas besseres. Eigentlich haben wir sogar in den meisten Computerspielen versagt, ABER WENN DER HEALER HALT AUCH NIX AUF DIE KETTE, UND DER TANK KEINE AGGRO BEKOMMT, KANN ICH AUCH NIX DAFÜR, DASS WIR SEIT 3 STUNDEN NUR REPKOSTEN FARMEN. Entschuldigung, das musste raus.

Und gerade heute, wo Videospiele en vogue sind, sitzen wir immer noch hier und regen uns über die Jugend von Heute auf, obwohl wir genau so waren. Das Wort „Gamer“ sollte übrigens aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden, so nennt sich schließlich auch schon Micaela Schäfer. Es scheint wohl Mode, der Welt zu präsentieren, dass man ja auch eine Konsole hat und gemütliche Zockerabende mit Freundin macht. Ihr hättet auf einer unserer LAN-Parties sein sollen, da wäre jede Frau schreiend davon gelaufen. Bei dem leichten Verwesungsgeruch aber auch niemand zu verdenken. Die Chips konnte man wirklich noch essen!


Ich will mich jetzt nicht wieder über irgendwelche Phänomene der Popkultur aufregen, muss schließlich noch einmal – zum gefühlt 43. Mal – „Legend of Kyrandia“ durchspielen, das hat wirklich Priorität. Eigentlich freue ich mich, dass Videospiele und alles darum herum mittlerweile in der breiten Masse angekommen ist. Und irgendwie waren wir doch genau so wie die Kinder heute. Nur uncooler.

Aber nur ein bisschen! 

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=11yewfkUSQM]

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