Gute Schiene zum bösen Spiel.

In den letzten Jahren ist ein Trend entstanden. Die Deutsche Bahn ist schon sehr lange Ziel von bösartigem „Bashing“ und Beleidigungen, dieses Unternehmen ist wahrscheinlich eines der unbeliebtesten in Deutschland. Auch ich war lange Zeit jemand, der sich besonders toll fühlte, wenn er etwas daran auszusetzen hatte. Doch dafür gibt es doch viel bessere Ziele. Zum Beispiel die Zeitung mit den vier Buchstaben. Aber das ist ein anderes Thema. Nun bin ich älter geworden und zweifle an mir selbst. Ich möchte nicht mehr alles verteufeln was auf Schienen fährt. Deshalb nun ein Liebesbrief an die Deutsche Bahn. 


 

Liebe Deutsche Bahn,

du hast es nicht einfach. Ständig beschweren sich die Deutschen über dich, dass du bisher nicht depressiv geworden bist ist ein Wunder. Zusätzlich wirst du andauernd von unfähigen Vorstandsvorsitzenden geleitet. Dabei kannst du doch dafür nichts. Was waren das für Zeiten als die Menschen fasziniert waren, dass ein Gefährt überhaupt so schnell fahren kann. Du wurdest für deine Zuverlässigkeit und deinen Service bewundert. Doch diese Zeiten sind leider vorbei. Aber hey, Kopf hoch!

Der Hauptgrund des Meckerns ist wohl deine Unpünktlichkeit. Das verstehe ich nicht. Also bitte, wer kommt denn schon immer genau pünktlich? Und natürlich verstehe ich auch, dass du deine Züge ab einer bestimmten Verspätungszeit einfach ausfallen lässt. Die armen Schaffner wären doch wieder nur Ziele der Häme. Deshalb schickst du sie einfach heim. Das finde ich schön. Dass du Fahrgästen ihre Tickets nicht erstattest, wenn sie einen Anschlusszug verpassen, finde ich in Ordnung. Schließlich muss Jeder seine Brötchen verdienen. Knapp 40 Milliarden Euro Umsatz sind halt auch nicht so viel Geld. Da muss man schauen wo man bleibt.

Jeden Tag wird sich beschwert, dass deine Servicemitarbeiter so unfreundlich seien. Abgesehen davon, dass eine richtige Ausbildung auch wieder sehr teuer ist, bist du doch nur gütig zu deinen Kunden. Draußen, in der kalten, seelenlosen Welt ist eben alles unfreundlich. Die Natur, die Nachbarn, der Chef, der Lehrer, der Tod und das Leben. Ich glaube ich habe es verstanden. Du willst einfach die Menschen auf diese Welt vorbereiten. Im Prinzip bist du doch nur unser aller Lehrer. Ich bin froh dich zu haben, Deutsche Bahn.

Gestern habe ich in der Zeitung über den Tarifstreit mit deinen Lokführer gelesen. Was fällt denen denn ein? Sie dürfen bei so einem hervorragenden Unternehmen arbeiten und stellen dann auch noch Ansprüche. Das finde ich nicht nett. Sie sollen einfach das nehmen, was du ihnen bietest. Das reicht doch aus. Du bietest ihnen einen sicheren Arbeitsplatz, einen herzlichen Umgang und gaaaaanz viel Liebe *knuff*. Ihr Argument ist, dass sie verantwortlich für hunderte Leben sind während sie den Zug führen, doch ich finde das völlig überzogen. Hör nicht auf sie, Deutsche Bahn.

Zugegeben, im Winter bist du manchmal etwas zickig, aber wer ist das nicht? Du kannst doch nicht vorher wissen, dass es im Winter schneit. Weiß ich auch nie, deshalb kann ich dann auch ganz überraschend die Einfahrt nicht freischaufeln. Wir sind uns sehr ähnlich. Ich hoffe, dass du nicht den Mut verlierst. Hör nicht auf die Neider! Hater’s gonna hate! Ich mag dich so wie du bist. Aufrichtig, Ehrlich und immer kundenfreundlich. Das bist du, das zeichnet dich aus. Ich hab dich lieb, Deutsche Bahn.

Herzlichst,

Ihr Franz Josef Wa…Pippo


 

Hoffentlich hast auch du, lieber Leser, verstanden worum es hier geht. Man sollte sich im Leben nicht mit Kleinigkeiten aufhalten. Es ist doch alles nicht so schlimm, wenn man es etwas lockerer sieht. Am besten ist es, wir nehmen uns alle ein Beispiel an der Deutschen Bahn. Warum nicht im Winter einfach mal daheim bleiben, statt bibbernd am Bahnhof stehen? Warum immer freundlich sein, das Leben ist es auch nicht. Es gibt wahrlich schlimmeres als das. Zum Beispiel Busse. Ich hasse Busse.

Aber das ist eine andere Geschichte.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=P-p5bTHT3e8]

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