So tut nun Busse und bekehrt euch.

Na? Freust du dich auch jeden Morgen auf den Bus? Auf dem Weg zur Uni/Schule/Arbeit/Arbeitsamt? Es gibt doch nichts schöneres als die Gesellschaft von anderen. Vor allem wenn es viele sind. Vor allem wenn es so viele sind, dass der Bus aus allen Nähten platzt. Herrlich.


 

Es war einer dieser kalten, verregneten Novembertage als ich, unwissend dessen was mir bevorstand, aus unruhigem Schlafe erwachte. Es war ein völlig gewöhnlicher Montag, auch meine Laune war entsprechend hervorragend. Nachdem ich aus der Haustür trat, geschah das, was passieren musste. Es fing an zu regnen. In Strömen. Ich rannte also Richtung Bushaltestelle und stellte mich unter.

Selbstverständlich kam der Bus nicht rechtzeitig. Er kam nie rechtzeitig. Er kam aber auch nicht mit leichter Verspätung. Eine halbe Stunde musste ich warten, bis dieses Gefährt, vom Beelzebub geschaffen, vor meinen Augen zum Stehen kam. Das Argument des Busfahrers für die Verspätung war „Stau“. Komisch nur dass nie Stau ist. Auf dem ganzen Weg vom Start der Strecke bis zu meiner Haltestelle ist nie Stau. Ich bin das schon einmal abgelaufen, ich weiß von was ich rede. Da lobe ich mir die Deutsche Bahn. Die hat wenigstens keine Ausreden: „Ja, wir sind zu spät. Na und?“

Ich zeigte dem Fahrer also meine Semesterfahrkarte und … aber nein. „Sie müssen das noch unterschreiben!“ Ich holte meinen Studierendenausweis heraus und zeigte ihm den Namen.

„Sie müssen das noch unterschreiben!“

„Wieso, vergleichen sie doch einfach die Namen.“

„Sie müssen das noch unterschreiben!“

„Schauen Sie doch, die gehört mir, die Namen sind völlig gleich.“

„Sie müssen das noch unterschreiben!“

„Ich zahl‘ bar.“

Als ich durch den Bus lief, fiel ich noch einmal direkt aufs Gesicht, denn eines ist landesweit bekannt: Anscheinend kann kein Busfahrer dieser Welt schalten. In der Fahrschule für Busfahrer muss wohl gesagt werden: „Sooo schön so schalten, dass möglichst viele Menschen einfach umfallen, ob sie sich festhalten oder nicht. Das braucht viel Übung!“ Als ich mich schließlich neben einer alten Dame niederließ, nahm das Unglück seinen Lauf. Im hinteren Teil des Busses saß die obligatorische Jugendgang, die mit ihren Handys das ganze Gefährt beschallten. Nun bin ich wirklich tolerant was Musik angeht. Ich kann wirklich so ziemlich alles hören, was nur irgendwie an Musik erinnert. Und diese Halbstarken hörten…One Direction.

Es holte mich also wieder ein. Ich konnte ihnen nicht entkommen. Also entschied ich mich, selbst Kopfhörer aufzusetzen und einfach mal keine Musik zu hören. Diese Stille…herrlich. Bis die ältere Dame mich anstupste. „Habe ich Ihnen schon von meinem Enkel erzählt?“ „Äh nein, wir kennen uns gar nicht.“ „Na dann wird’s aber Zeit, also…“ Die folgenden Erzählungen werde ich auslassen, so viel Zeit ist nicht. Als die Alte dann endlich fertig war, war ich schon längst eingeschlafen. Ich erwachte in dem Moment, als der Busfahrer von Vorne nach Hinten gelaufen kam und mir direkt ins Ohr schrie: „ENDHALTESTELLE!“

So stand ich nun (nachdem ich das restliche Geld, das ich dem Busfahrer noch geschuldet hatte, nachzahlte) irgendwo, ich wusste nicht wo ich war. Na ja, wird sicher bald ein Bus zurück fahren. Auf dem Fahrplan stand: Nächster Bus 7:32 Dienstag Morgen. Wegen Stau.


Ich hasse Busse. Vielleicht hasse ich auch einfach Menschen. Das ist wahrscheinlicher. Seit dem fahre ich nur noch Auto. Ist auch schlechter für die Umwelt. Vor allem für meine Umwelt.

Sehr gut.

 

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=auMW8u_Ixhs]

(Ein Wahnsinnsfilm übrigens.)

 

 

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