Wir werden alle sterben.

Oh nein, da bin ich jetzt aber total überrascht. „Wenn sie rauchen, werden sie irgendwann sterben.“ Unfassbar. Im Zuge dieses Ausspruches habe ich mir ein wenig Gedanken über die Vergänglichkeit gemacht. Wer jetzt ein philosophisches Pamphlet erwartet, sollte diesen Beitrag bitte überspringen.


Wir kommen auf die Welt wie wir sie verlassen. Schrumplig, ein bisschen feucht und mit wenig bis keinen Haaren. Aber was ist ein Leben wert? Warum sind wir hier? Was ist der Sinn des Lebens? Ich bin eigentlich der festen Überzeugung, dass das Leben keinen Sinn hat. Klingt vielleicht ziemlich pessimistisch, trotzdem lässt dich dies deine Zeit hier mehr genießen. Denn wenn man keinen Sinn im Leben sieht, hat man auch keine Verpflichtungen.

Das heißt jetzt nicht, dass ich völlig ignorant durch den Tag gehe, aber immerhin muss ich der „Gesellschaft“ keinen besonderen Dienst erweisen. Dies ist übrigens die Definition von asozial. Ein richtiger Gangster eben. Spaß beiseite (ausnahmsweise), ich sehe keinen Sinn darin, der Menschheit und meinen Nachkommen etwas zu hinterlassen. Es ist mir völlig wumpe ob sich nachfolgende Generationen an mich erinnern. Davon bekomme ich doch eh nichts mehr mit.

Es gibt Leute, die Biografien von sich vor ihrem Tode verfassen, nur um irgendwelche Lügen über ihr Leben auf dieser Welt zu lassen. Eigentlich hatte ich vor zu sparen, um irgendwann eine riesige Bronzestatue von mir in meinen Vorgarten zu stellen, einfach so. Ohne Beschriftung, dass Menschen sich später fragen, wer dieser große Mann war. Aber erstens bin ich nicht besonders gut im Sparen und zweitens müsste ich mir bei jedem Blick aus dem Fenster ins Gesicht schauen. Einige flüchtige Blicke in den Spiegel sind schon genug für einen Tag. Da ist er  auch so schon versaut.

Ich glaube auch nicht an Wiedergeburt oder ähnliches, da hätte ich wohl ziemlich schlechte Karten. Es lebt sich einfach nicht so komfortabel als Kellerassel. Ich denke wir vergammeln einfach. Wenn ich wollte, dass man sich an mich erinnert, würde ich allerhöchstens ein Buch schreiben. Das könnte ich zumindest annähernd (wer weiß was da noch kommt, sei gespannt).

Das Problem ist ja vor allem, dass man den biologischen Sinn des Lebens zwar locker erreichen kann, dies aber leider nicht nur mit dem Akt getan ist. Schließlich kommen danach noch 18 Jahre, die man sich damit rumschlagen muss. Ich bin mir auch unsicher, ob ich mich fortpflanzen will, schließlich vererbe ich ja Teile von mir und das will doch nun wirklich niemand. Menschen machen sich andauernd Gedanken darüber, wie sie nach ihrem Tod wahrgenommen werden, dass sie vergessen ihr Leben zu leben. Also das mit dem Leben bekomme ich schon ganz gut hin.

Es ist mir wirklich völlig egal, ob man sich an mich erinnert. Ich wäre manchmal froh wenn ich mich selbst mal an Dinge erinnern würde. Ständig verlege ich meinen Autoschlüssel oder stehe im Raum und habe vergessen was ich tun wollte. Mein Gehirn ist wie ein Sieb. Namen kann ich mir auch nur merken, nachdem ich das dazu passende Gesicht mindestens 5 Mal gesehen habe. Selbst dann kann ich mir Menschen, die ich gern habe, oft nicht merken. Die Kackbratzen aber immer. Aber das ist eine andere Geschichte…


Es ist ja schon lustig. Wir haben eine riesige Angst davor, vergessen zu werden und verpassen dabei in unserem jetzigen Leben tagtäglich Chancen. Ich hätte wahrscheinlich schon öfter die Frau für’s Leben getroffen, war dann aber damit beschäftigt nachzudenken, wie wohl meine Nachfahren von ihr gedacht hätten und bin wieder gegangen.

Verrückt, dieses Leben.

 

 

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