Hurra, hurra, die Schule brennt.

Mit großer Freude erinnere ich mich an meine Schulzeit. Damals war alles leichter und man hatte viel mehr Freizeit. So ist zumindest meine Erinnerung. Ob das alles ganz so stimmt, versuche ich im folgenden zu erörtern. Es geht hier übrigens nur über weiterführende Schulen, an den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern.


„Du gehörst jetzt zur Bildungselite“, haben sie gesagt. „Hier lernst du für’s Leben“, haben sie gesagt. Im Nachhinein bin ich mir ja nicht ganz so sicher, ob das wirklich ernst gemeint war, oder ob das einfach leere Worte waren. Denn zumindest bis zur 11. Klasse wäre mir nicht aufgefallen, dass es an dieser Schule besonders elitär zu ging. Besonders Lehrkräfte wiesen immer wieder deutliche Defizite in ihren Sozialkompetenzen auf, aber dazu später mehr.

Wie ein Honigkuchenpferd habe ich am ersten Schultag gestrahlt. Im Gegensatz zu meiner Grundschule war dieses Gymnasium riesig. Gleich 3 Gebäude mit großem Schulhof beeindruckten mich. Dies führte übrigens bis zu meinem Abitur dazu, dass ich mich regelmäßig verlief. Einen Getränkeautomaten hatte ich noch nie gesehen und „Aufenthaltsräume“ sowieso nicht. Ich hatte auch das Glück, mit einem Grundschulfreund in die gleiche Klasse zu kommen und schnell Freunde zu finden. Dieser Freund verabschiedete sich bereits nach einem Jahr Richtung Realschule. Im Nachhinein kann ich es ihm nicht verdenken.

Die Zeit der Unterstufe war eine relativ einfache. Man musste noch nicht so viel für gute Noten tun und die Rangordnung im Pausenhof war klar definiert. Wer älter ist, hat recht. Wer älter ist und dazu noch Lehrer, hatte sowieso völlige Freiheit, was sein Handeln betraf. So ging das Leben recht ruhig weiter, bis irgendwann die Pubertät eintrat. Die Noten gingen in den Keller und der Gruppenzwang wurde immer stärker. Das ich nie zu den „Coolsten“ gehörte, war mir schnell klar, ich versuchte jedoch stets mich an diese Kinder zu hängen, einfach um dazu zu gehören.

Eigentlich hatte so ziemlich jeder zu dieser Zeit einen Durchhänger, was Noten anging. Da war es eben cool, wenn man mal eine 6 schrieb. Dummerweise fand so ziemlich jeder nach eine paar Jahren wieder in die Spur. Nur ich nicht. Das lag hauptsächlich an Desinteresse und Faulheit. Bis auf ein Schuljahr war ich nie wirklich gefährdet sitzen zu bleiben, also tat ich nie mehr als nötig. Das kulminierte in der Kursstufe (damals noch 12. + 13.), so dass ich inklusive Abiturprüfungen keinen Finger rührte, irgendwie ging es trotzdem gut.

Ich bin mir nicht sicher ob die Lehrer dort heute noch da sind, damals war es jedoch eine mittlere Katastrophe. Meist waren sowieso zu wenige da und die, die da waren, waren entweder Alkoholiker oder psychisch bereits kurz vor der Einweisung. Meistens aber beides. Abgesehen von ein paar wenigen hatten viele ernsthafte Probleme, mit Schülern fertig zu werden, obwohl doch genau das ihr Auftrag war. Das alles war vielleicht aber auch einfach mein subjektiver Eindruck, ich hätte schließlich auch keine Lust, kleine Bälger aus der 5. Klasse die ganze Zeit zu sagen, sie sollen doch nicht „gautscheln“ (ugs. mit dem Stuhl wackeln). Aus heutiger Sicht beneide ich sogar jeden Lehrer um sein Durchhaltevermögen.


Ich denke ich werde noch mindestens ein Eintrag zum Thema „Schule“ verfassen, schließlich habe ich hier nicht einmal im Ansatz alles reinbekommen was ich wollte. Vielleicht folgt auch bald eine Reihe mit dem Titel „Wie ich in der Schule versagte“.

Vielleicht aber auch nicht.  

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=YR5ApYxkU-U]

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