Ich kenn die Welt, ich habe sie im Fernsehen gesehen.


„Aber auf Facebook habe ich gelesen, dass…“ „HALTS MAUL!“ Es nervt mich in letzter Zeit nichts mehr, als die Nachplapperei der Menschen. Da werden Aussagen von irgendwelchen dahergelaufenen Seitenbetreibern zu Fakten und „Unnützes Wissen“ ist wichtiger als nützliches.

Arrggh.


Ich habe jetzt etwas länger keinen Beitrag mehr geschrieben. Das lag daran, dass ich erst ein wenig nachdenken wollte, um ein entsprechendes Thema zu finden. Deshalb wird nun übrigens nicht mehr jeden Tag ein Text erscheinen. Aber immerhin habe ich jetzt ein geeignetes Thema. Auch wenn ich glaube, so etwas ähnliches schon einmal geschrieben habe. Ist mir aber im Moment auch egal.

Niemand mag Klugscheißer. Das ist auch völlig berechtigt. Wer mag schon Menschen, die sich über ihre Intelligenz definieren, als über ihre Schönheit oder ihren Klamottenstil. Völlig unangebracht so etwas. Klar, wer überall seinen Senf dazu geben muss, wird auf die Dauer nervig. Mir zumindest. Nun scheint in unserer heutigen Zeit der vokale Durchfall zur Volkskrankheit geworden zu sein und jeder muss wohl seine Meinung heraus trompeten. Dass das ganze gar nicht seine „Meinung“ ist, dazu komme ich jetzt.

Ist denn eine Meinung nicht etwas, dass man sich bilden muss? Das bedeutet doch abwägen, alle Seiten anhören, informieren, recherchieren und am Ende zu einem abgewägten Urteil kommen, dass man begründen kann und auf dem man relativ sicher beharren kann. Und eben nicht irgendetwas nachplappern, dass man etwa 5 Minuten gelesen hat. Das dann unter Umständen auch noch propagandistisch gefärbt ist und eine andere Seite vielleicht grundlos in den Dreck zieht. Klar, z.B. im Konflikt zwischen Israel und Palästina ist es schwer, überhaupt neutrale Informationen zu bekommen. Da wird von beiden Seiten Propaganda verbreitet, und auch die europäischen Medien halten sich nicht damit zurück.

Aber es gibt sie tatsächlich noch. Fakten. Dinge, die wirklich geschehen sind, die Hand und Fuß haben. Dinge, die nachgewiesen wurden und keine Seite bevorzugen, sondern einfach nur die Wahrheit darstellen. Das gibt es noch. Um wirkliche Fakten zu entdecken und sich so eine richtige, echte Meinung bilden zu können, muss man aber Zeit investieren. Das ist das große Problem unserer Zeit. Jeder will mitreden, aber keiner will dafür Energie aufwenden. eine Onlinepetition ist aber auch wirklich praktisch. Da kann man blind unterschreiben, ohne Ahnung von irgendwas zu haben. Wie praktisch.

Ein „Gefällt mir“ ist doch auch schneller gedrückt, als wirklich erklären zu müssen, wie man denkt. Denn wir denken ja nicht mehr, wie sollen wir das erklären? Ein Teufelskreis. Wir denken ernsthaft, es gäbe hier Meinungsfreiheit und wir als Volk wären frei, doch in Wirklichkeit rennen wir nur irgendwelchen Vollidioten hinterher, die meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Einer sagt was und der Rest freut sich, dass er sich die Luft sparen kann. Da brauch man sich nicht wundern, wenn alle politischen Parteien ihr Wahlprogramm angleichen und sich dieses ähnelt. Man braucht auch keine Diversität mehr, die Bürger wollen das Komplettpaket, dass sie selbst nicht mehr denken müssen. Und die paar Parteien, die wirklich anders sind, haben dann einfach gar kein Wahlprogramm mehr, sondern nur noch populistisches Geschwätz.


Es ist ganz einfach. Wir bekommen den vollen Teller serviert und beschweren uns, dass wir uns überfressen haben. Anstatt weniger zu essen, gehen wir einfach zum Nächsten, der ebenfalls einen vollen Teller hinstellt. Der Tellerrand interessiert uns aber relativ wenig. Ach, da ist mir noch mal etwas für die Leute eingefallen, die ihre „Meinung“ pausenlos im Internet herauskrakelen. Erstens: Vielleicht solltet ihr euch erst einmal wirklich eine eigene Meinung bilden. Zweitens: Manchmal sollte man seine Meinung einfach mal für sich behalten.

Dann hat man auch noch eine hinterher. 

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So klug! K-L-U-K!


Ich spreche ja oft abfällig über Dinge, die offensichtlich für das „bildungsferne“ Publikum gedacht sind. „Bildungsfern“ könnte man auch mit „So dumm, dass ihnen die Fähigkeit der Reflexion fehlt und sie nicht merken, dass die Menschen hinter der Glasscheibe nur ein Abbild ihrer Zuschauer sind.“ übersetzen. Aber was fällt mir ein? Bin ich denn besser? Was macht Intelligenz aus? Bildung? Empathie?

Oder etwa Rehctschribung? 


Ehrlich gesagt bin ich mir überhaupt nicht sicher, was ich von mir halten soll. Eigentlich halte ich mich selbst für ziemlich bescheiden gebildet. Ich habe zwar Abitur und eine ganz moderate Allgemeinbildung (und mache mich ständig über „dümmere“ Menschen lustig), aber trotzdem komme ich mir ziemlich dämlich vor (Endlich hat er’s verstanden!). Allein schon, weil ich täglich meine Gedanken hier niederschreibe und das mal mehr, mal weniger Leute interessiert. Hauptsächlich weniger, aber dann können wir heute immerhin unter vier Augen reden.

Ein Großteil der Bevölkerung wird Intelligenz mit Bildung gleich setzen. Gerade weil man für immer mehr Berufe immer höhere Abschlüsse braucht. Ein großer Discount-Konzern fordert für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann einen guten Abitur-Schnitt. Früher war ein Studium etwas besonderes, heute scheint es grundsätzlich nötig zu sein. Selbstverständlich nur mit Master! Der Haken an dieser Theorie: Ein Großteil von Führungskräften der großen Konzerne sowie Politiker haben eine hervorragende Bildung genossen. Seltsamerweise können sie nur immer wieder die gleichen Sätze abspulen, bei jedem Interview. Sollte mal eine tiefgehendere Frage kommen, lautet die Antwort meist: „Ich hatte hiervon keine Kenntnis.“ oder „Wir werden uns ernsthaft und mit Nachdruck darum bemühen“.

Das ganze klingt dann wie ein verängstigter Grundschüler, der sein erstes Referat vor der ganzen Klasse halten muss und dem bewusst ist, dass er sich gerade mächtig in die Hose gemacht hat. Der dann, wenn die Lehrerin etwas fragt, beschämt auf den Boden schaut und mit Tränen in den Augen Ausreden sucht. Somit kann allein Bildung nicht für Intelligenz stehen. q.e.d.

Auch Empathie scheint einen großen Anteil an Hirnschmalz zu haben. Empathie bezeichnet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Nein, das habe ich nicht von Wikipedia, kuck gar nicht erst nach (Wikipedia ist keine Quelle, verdammt!). Empathie haben Hühner und Ratten auch. Gut, ein Großteil meiner Mitmenschen haben in etwa auch das geistige Potential von diesen Tieren, trotzdem würde ich Nager nicht als intelligent einstufen. Zumindest nicht so intelligent wie ein Mensch, der eben klüger als der Durchschnitt ist. Denn den suchen wir ja.

Es soll ja Leute geben, die glauben, dass ein Facebook-Test ihren IQ tatsächlich bestimmen. Das macht sie irgendwie dumm hoch 2. Denn erstens kann das ein Facebook-Test mit großer Sicherheit nicht. Zweitens…GLAUBT IHR ERNSTHAFT, IHR HÄTTET AUCH NUR ANNÄHERND DEN IQ VON ALBERT EINSTEIN, WENN IHR SO GRENZDEBIL SEID AUF EINE VERSCHISSENE FACEBOOK-APP ZU DRÜCKEN (Übrigens, ich meine damit ausschließlich Spiele und Apps, Seiten sind davon ausgeschlossen, es gibt sogar sehr gute Seiten, z.B. meine)? Abgesehen davon, George W. Bush hat einen überdurchschnittlichen IQ von 125. Also verabschieden wir uns von diesem Gedanken ganz schnell wieder.

Irgendwie komme ich auf keine Lösung. Laut Wissenschaft ist schlussfolgerndes Denken ein großer Teil von Intelligenz. Also habe ich mich grade disqualifiziert und offiziell zum Depp gekürt. Sehr gut. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich mich für nicht intelligent halte. Ich will oft gar keine Lösung finden, vieles ist mir egal. Damit meine ich nicht, das ich mir über nichts Gedanken mache. Ich mache mir viel zu viel Gedanken. 24 Stunden am Tag. Nur sehe ich nicht ein, mich ständig über irgendwelche Design-Fehltritte oder Fußballergebnisse aufzuregen. Ich habe meinen Körper schon genug durch äußere Einflüsse geschwächt, eine Herzinfarkt würde mir da so gar nicht reinpassen. Dumm ist glücklich. Ich fühle mich aber nur sehr selten bis nie glücklich. Was bin ich denn dann? Dummligent? Hehehehe er hat dummligent gesagt.


Und die Moral von der Geschicht‘, zu einer Lösung komm‘ ich nicht. Ich glaube nicht, dass es eine wirkliche Definition von Intelligenz gibt. Mein Problem ist meistens, dass ich mir nie intelligent genug bin. Tatsächlich ist da viel Platz nach oben. Ich finde mich damit ab, einfach nichts zu sein. Ich halt mich da raus.

Das ist mir zu dumm/intelligent.