CAPSLOCK ERREGT DEINE AUFMERKSAMKEIT


Nur ein kurzer Hinweis: Falls du den unübersehbaren Facebook-Button zur Linken übersehen haben solltest, klick doch mal drauf! Dort gibt es allerhand Schabernack, auch außerhalb der Tage, an denen ich hier etwas poste. Also, drück doch einfach mal gefällt mir, dass ich mehr Menschen erreichen und in den Wahnsinn treiben kann. Und weil dieser Beitrag hier sonst so leer aussehen würde, hier meine Tipps für Halloween: 


Aktuelle Halloweenempfehlungen um mal wirklich die Leute zu erschrecken:

– Als Tempo 30-Schild verkleiden und durch Lichtenstein rennen.
– Als Salafist auf ein Bauernfest gehen.
– Als Kondom an einem katholischen Gottesdienst teilnehmen.
– Im echten Leben demonstrieren, gegen Dinge die wirklich falsch laufen.
– Partei gründen und Politik mit Substanz betreiben.
– Nette Kommentare im Internet verfassen.
– Nicht über Beruf/Religion/Selfie/erfundene Internetpersönlichkeit sondern über den Charakter profilieren

(Vorsicht! Einsamkeit an diesem Abend vorprogrammiert!)


Es gibt auf der Facebookseite aber keine süßen Katzenvideos. Nein, vergiss es!

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Ich kenn die Welt, ich habe sie im Fernsehen gesehen.


„Aber auf Facebook habe ich gelesen, dass…“ „HALTS MAUL!“ Es nervt mich in letzter Zeit nichts mehr, als die Nachplapperei der Menschen. Da werden Aussagen von irgendwelchen dahergelaufenen Seitenbetreibern zu Fakten und „Unnützes Wissen“ ist wichtiger als nützliches.

Arrggh.


Ich habe jetzt etwas länger keinen Beitrag mehr geschrieben. Das lag daran, dass ich erst ein wenig nachdenken wollte, um ein entsprechendes Thema zu finden. Deshalb wird nun übrigens nicht mehr jeden Tag ein Text erscheinen. Aber immerhin habe ich jetzt ein geeignetes Thema. Auch wenn ich glaube, so etwas ähnliches schon einmal geschrieben habe. Ist mir aber im Moment auch egal.

Niemand mag Klugscheißer. Das ist auch völlig berechtigt. Wer mag schon Menschen, die sich über ihre Intelligenz definieren, als über ihre Schönheit oder ihren Klamottenstil. Völlig unangebracht so etwas. Klar, wer überall seinen Senf dazu geben muss, wird auf die Dauer nervig. Mir zumindest. Nun scheint in unserer heutigen Zeit der vokale Durchfall zur Volkskrankheit geworden zu sein und jeder muss wohl seine Meinung heraus trompeten. Dass das ganze gar nicht seine „Meinung“ ist, dazu komme ich jetzt.

Ist denn eine Meinung nicht etwas, dass man sich bilden muss? Das bedeutet doch abwägen, alle Seiten anhören, informieren, recherchieren und am Ende zu einem abgewägten Urteil kommen, dass man begründen kann und auf dem man relativ sicher beharren kann. Und eben nicht irgendetwas nachplappern, dass man etwa 5 Minuten gelesen hat. Das dann unter Umständen auch noch propagandistisch gefärbt ist und eine andere Seite vielleicht grundlos in den Dreck zieht. Klar, z.B. im Konflikt zwischen Israel und Palästina ist es schwer, überhaupt neutrale Informationen zu bekommen. Da wird von beiden Seiten Propaganda verbreitet, und auch die europäischen Medien halten sich nicht damit zurück.

Aber es gibt sie tatsächlich noch. Fakten. Dinge, die wirklich geschehen sind, die Hand und Fuß haben. Dinge, die nachgewiesen wurden und keine Seite bevorzugen, sondern einfach nur die Wahrheit darstellen. Das gibt es noch. Um wirkliche Fakten zu entdecken und sich so eine richtige, echte Meinung bilden zu können, muss man aber Zeit investieren. Das ist das große Problem unserer Zeit. Jeder will mitreden, aber keiner will dafür Energie aufwenden. eine Onlinepetition ist aber auch wirklich praktisch. Da kann man blind unterschreiben, ohne Ahnung von irgendwas zu haben. Wie praktisch.

Ein „Gefällt mir“ ist doch auch schneller gedrückt, als wirklich erklären zu müssen, wie man denkt. Denn wir denken ja nicht mehr, wie sollen wir das erklären? Ein Teufelskreis. Wir denken ernsthaft, es gäbe hier Meinungsfreiheit und wir als Volk wären frei, doch in Wirklichkeit rennen wir nur irgendwelchen Vollidioten hinterher, die meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Einer sagt was und der Rest freut sich, dass er sich die Luft sparen kann. Da brauch man sich nicht wundern, wenn alle politischen Parteien ihr Wahlprogramm angleichen und sich dieses ähnelt. Man braucht auch keine Diversität mehr, die Bürger wollen das Komplettpaket, dass sie selbst nicht mehr denken müssen. Und die paar Parteien, die wirklich anders sind, haben dann einfach gar kein Wahlprogramm mehr, sondern nur noch populistisches Geschwätz.


Es ist ganz einfach. Wir bekommen den vollen Teller serviert und beschweren uns, dass wir uns überfressen haben. Anstatt weniger zu essen, gehen wir einfach zum Nächsten, der ebenfalls einen vollen Teller hinstellt. Der Tellerrand interessiert uns aber relativ wenig. Ach, da ist mir noch mal etwas für die Leute eingefallen, die ihre „Meinung“ pausenlos im Internet herauskrakelen. Erstens: Vielleicht solltet ihr euch erst einmal wirklich eine eigene Meinung bilden. Zweitens: Manchmal sollte man seine Meinung einfach mal für sich behalten.

Dann hat man auch noch eine hinterher. 

Daheim 2014 – You only live once.


 Jetzt bin ich dieses Jahr doch tatsächlich einfach mal daheim geblieben. hauptsächlich aus finanziellen Gründen, so richtig Lust hatte ich aber auch nicht. War eigentlich auch ganz schön daheim. Bis auf die Menschen, das Wetter, das Essen, die Eintönigkeit und die fehlenden Strandparties. Aber der Baustellenlärm war fett! 


„[hier Reiseziel einfügen] 2014 – Best Time of my Life“ – Langsam scrolle ich durch Facebook und an jeder Ecke werden Bilder gepostet, die beweisen sollen, dass wir auch wirklich da waren. Da werden dann kulturell wertvolle Meisterwerke geschossen. In Berlin – Das Brandenburger Tor. Wahnsinn. Hatte schon fast vergessen wie das aussieht, wenn nicht jeder Idiot fünfzig Fotos davon machen würde. Schnell noch einen Filter drüber und fertig ist das Bild für die Ewigkeit. #yolo

Berlin, Paris, Rom. Das sind ja nur noch „Städtereisen“ über’s Wochenende. Um richtig zu reisen, muss man mindestens mal in Bangkok oder Tokyo gewesen sein. Einfach nur weil es davon noch nicht so viele Fotos auf Facebook gibt. „Mit meinem Schatz vor dem Angkor Wat“ – Atemberaubend. Könnt ihr bitte kurz aus dem Bild gehen? Wirklich interessieren tun wir uns für nichts, aber schnell noch Fotos von jeder Sehenswürdigkeit machen, dass auch ja jeder denkt wir wären voll intellektuell und so.

Es wird sich nicht mehr über materielle Dinge definiert, sondern über Lebenseinstellungen. Dicke Autos und teurer Schmuck ist so was von 2010. Wir ernähren uns vegan, lieben alte Schallplatten und Überwachung ist doch voll scheiße, sagte es und aktivierte den GPS-Tracker auf dem Handy seines Kindes. Nein, heute wird gereist, dass die Heide wackelt. Das ist schließlich voll intellektuell! Schau nur, wie viel gutes ich in diesem Land mache! Du sollst das aber bitte nicht machen, schließlich bin ich hier der Altruist. Kannst ja gerne mal „Gefällt mir“ drücken, um deinem Neid Ausdruck zu verleihen!

Und so selbstständig bin ich durch das reisen geworden! Ich bin zwar Studierender und habe 12 Nebenjobs, aber die 3 Wochen Laos habe ich natürlich selbst bezahlt. Nein, das waren nicht Mama und Papa! Nach dem Abi erstmal nach Australien, ich muss mich schließlich erstmal selbst finden aka von Montag bis Freitag saufen. Dann behaupte ich noch, ich würde hier mein Englisch aufbessern und was für’s Leben lernen, dann fließt das Geld von zu Hause auch weiter. Los, beneide meinen Lifestyle!

„Ne du manchmal muss ich einfach weg. Ich kann mich zuhause nicht erholen.“ Warum? 150.000 Jahre konnten sich Menschen zuhause erholen. Seit ungefähr 15 Jahren geht das nicht mehr. Wir müssen weg, raus aus dem Alltag, raus aus der Stadt. Hab ich was verpasst? Früher ging das doch auch super. Und im Winter? Da war’s halt kalt. Wir hatten damals einen tollen Trick als es kalt war…Klamotten.

Ich würde auch gern mehr reisen. Und einfach mal mein Handy daheim lassen. Ich will Urlaub machen um mich zu erholen, oder etwas zu sehen. Dabei will ich nicht an die Leute daheim erinnert werden. Vor allem nicht durch Facebook und Co. Obwohl es daheim eigentlich auch ganz schön ist. Einfach mal morgens liegen bleiben. Dass das Wetter hier nicht so toll ist, finde ich auch nicht so schlimm. Ich weiß gar nicht warum die Menschen immer meckern, dass das Wetter im Sommer hier so schlecht sei. Kann mich nicht daran erinnern, dass wir hier in tropischen Breitengraden leben.


In den letzten 3 Wochen habe ich auffallend wenig gemacht. Gereist bin ich so gut wie gar nicht. War eigentlich ganz gut. Und insgeheim wünsche ich mir, dass Dicke Karren und riesige Villas wieder zum anzustrebenden Lifestyle dazu gehören. Die hätte ich zwar auch nicht, aber dann müsste ich nicht immer ewig in der Sicherheitskontrolle im Flughafen stecken, um intellektuell und cool zu sein. 

Schade.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=vraoiVCDdaM]

Das kleine Küken piept! Den ganzen Tag!


Sicherlich eine der größten Erfindungen des 20. Jahrhunderts war das Handy. Endlich konnte man auch den Freunden auch von unterwegs aus auf die Nerven gehen. Irgendwann dann auch überhaupt nicht nervende Klingeltöne für viel Geld kaufen! Oder seit ein paar Jahren auch endlich ungewünschten Gesprächen aus dem Weg gehen! Schlägereien filmen und ins Internet stellen! Was für eine tolle Erfindung.


„Jetzt pack doch mal dein Handy weg!“

„Ne geht gerade nicht.“

„Du hörst mir nie zu“

„Klar hör‘ ich dir zu, dafür muss ich dich doch nicht anschauen!“

Der Schrecken aller Eltern ist nicht der schlechte Einfluss von Freunden auf das eigene Kind, sondern das Handy/Smartphone. Am Essenstisch muss jetzt endlich nicht mehr der Tag besprochen werden, dafür können wir noch eben [hier Name einfügen] eine ganz wichtige Nachricht wie „Was geht?“ oder „Jo.“ schreiben. „Wie war dein Tag?“ „Level up bei Candy Crush Saga!“ Als ich mein erstes Handy mit 13 bekam, konnte das Farben darstellen. Du glaubst nicht wie cool man damals mit so etwas auf dem Schulhof war. Es gab sogar eine Kamera, die man dummerweise anstecken musste und die in etwa so groß wie das Gerät selbst war. Auf die Qualität der Bilder war eher dürftig. 2 Megapixel waren schon sehr futuristisch. Außerdem konnte mein Handy sogar polyphone Klingeltöne laufen lassen. Wer sich jetzt fragt was polyphone Klingeltöne sind: Es klang in etwa als hätte ein Gameboy Durchfall. Aber immerhin nicht mehr monophon, das klang dann als hätte ein Gameboy Krebs im Endstadium.

Diese Klingeltöne konnte man natürlich auch kaufen. Dafür musste man mit dem Handy ins Internet gehen. Das war so unfassbar schnell, dass man sich während dem Laden einer Seite auch mal gerne einen Kaffee machen konnte. Wer kennt nicht noch den verrückten Frosch oder Schnappi, das kleine Krokodil? Meilensteine der Musikgeschichte. Stell dir einfach vor, Moneyboy wäre auf Crack und PCP gleichzeitig. Natürlich gab es auch den Nacktscanner oder die Wahrsagerin. Dinge, die ein Jugendlicher definitiv gebraucht hat. Oder eine halbnackte Frau als Hintergrundbild. Für 5 Euro. Das ließ das Herz eines Heranwachsenden höher schlagen.

Heute ist das natürlich ganz anders. Klingeltöne werden nicht mehr extra gekauft und für Hintergrundbilder werden einfach die eigenen Selfies benutzt. Spiele-Apps haben den Gameboy verdrängt. Überall. Im Bus, am Essenstisch, im Auto, im Freibad, in der Sauna (Da war es dann aber das letzte Mal), in der Schule, in der Uni, in der Pause, im OP und im Bundestag. Sigmar Gabriel ist auf Level 363! Auch auf Partys sieht man die Leute nur in ihre Smartphones glotzen, dabei könnten sie sich doch ordentlich betrinken? Aber nein, nicht dass man dann Leuten im Suff seltsame Nachrichten schreibt (*hust hust*).

Ohne Smartphone geht nicht mehr. Alles drauf: Whatsapp, Kalender, Wecker, Spiele, Facebook, Twitter, Instagram, Bundesliga, BILD-App (Lass das!), Musik und Podcasts. Endlich müssen wir nicht mehr mit unserer Umwelt kommunizieren, ist eh nicht so mein Metier. Endlich mal eine nützliche Erfindung. Wenn man was wichtiges zu tun hätte, kann man genau so gut mit Freunden schreiben. Wenn die dann mal da sind, kann man ja mit anderen Freunden schreiben. Das geschriebene Wort macht dich meist sowieso sympathischer wie du wirklich bist. Ich sprech‘ da aus Erfahrung. Ich könnte ohne mein Smartphone nicht mehr leben. Leider ist es kein iPhone. Na ja, ich schreibe jetzt mal weiter. „Was geht?“


RINGDINGEDINGEGEDINGEDING! Na, erkannt? Ich könnte ja jetzt krass über Smartphones ablästern und meckern, warum niemand mehr Augenkontakt hält oder mal für ein paar Minuten einfach nichts macht. Will ich aber nicht, schließlich pflegt sich Springfield nicht von alleine! 

Ich hätte so gern ein iPhone. 

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=OINa46HeWg8]

So klug! K-L-U-K!


Ich spreche ja oft abfällig über Dinge, die offensichtlich für das „bildungsferne“ Publikum gedacht sind. „Bildungsfern“ könnte man auch mit „So dumm, dass ihnen die Fähigkeit der Reflexion fehlt und sie nicht merken, dass die Menschen hinter der Glasscheibe nur ein Abbild ihrer Zuschauer sind.“ übersetzen. Aber was fällt mir ein? Bin ich denn besser? Was macht Intelligenz aus? Bildung? Empathie?

Oder etwa Rehctschribung? 


Ehrlich gesagt bin ich mir überhaupt nicht sicher, was ich von mir halten soll. Eigentlich halte ich mich selbst für ziemlich bescheiden gebildet. Ich habe zwar Abitur und eine ganz moderate Allgemeinbildung (und mache mich ständig über „dümmere“ Menschen lustig), aber trotzdem komme ich mir ziemlich dämlich vor (Endlich hat er’s verstanden!). Allein schon, weil ich täglich meine Gedanken hier niederschreibe und das mal mehr, mal weniger Leute interessiert. Hauptsächlich weniger, aber dann können wir heute immerhin unter vier Augen reden.

Ein Großteil der Bevölkerung wird Intelligenz mit Bildung gleich setzen. Gerade weil man für immer mehr Berufe immer höhere Abschlüsse braucht. Ein großer Discount-Konzern fordert für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann einen guten Abitur-Schnitt. Früher war ein Studium etwas besonderes, heute scheint es grundsätzlich nötig zu sein. Selbstverständlich nur mit Master! Der Haken an dieser Theorie: Ein Großteil von Führungskräften der großen Konzerne sowie Politiker haben eine hervorragende Bildung genossen. Seltsamerweise können sie nur immer wieder die gleichen Sätze abspulen, bei jedem Interview. Sollte mal eine tiefgehendere Frage kommen, lautet die Antwort meist: „Ich hatte hiervon keine Kenntnis.“ oder „Wir werden uns ernsthaft und mit Nachdruck darum bemühen“.

Das ganze klingt dann wie ein verängstigter Grundschüler, der sein erstes Referat vor der ganzen Klasse halten muss und dem bewusst ist, dass er sich gerade mächtig in die Hose gemacht hat. Der dann, wenn die Lehrerin etwas fragt, beschämt auf den Boden schaut und mit Tränen in den Augen Ausreden sucht. Somit kann allein Bildung nicht für Intelligenz stehen. q.e.d.

Auch Empathie scheint einen großen Anteil an Hirnschmalz zu haben. Empathie bezeichnet die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Nein, das habe ich nicht von Wikipedia, kuck gar nicht erst nach (Wikipedia ist keine Quelle, verdammt!). Empathie haben Hühner und Ratten auch. Gut, ein Großteil meiner Mitmenschen haben in etwa auch das geistige Potential von diesen Tieren, trotzdem würde ich Nager nicht als intelligent einstufen. Zumindest nicht so intelligent wie ein Mensch, der eben klüger als der Durchschnitt ist. Denn den suchen wir ja.

Es soll ja Leute geben, die glauben, dass ein Facebook-Test ihren IQ tatsächlich bestimmen. Das macht sie irgendwie dumm hoch 2. Denn erstens kann das ein Facebook-Test mit großer Sicherheit nicht. Zweitens…GLAUBT IHR ERNSTHAFT, IHR HÄTTET AUCH NUR ANNÄHERND DEN IQ VON ALBERT EINSTEIN, WENN IHR SO GRENZDEBIL SEID AUF EINE VERSCHISSENE FACEBOOK-APP ZU DRÜCKEN (Übrigens, ich meine damit ausschließlich Spiele und Apps, Seiten sind davon ausgeschlossen, es gibt sogar sehr gute Seiten, z.B. meine)? Abgesehen davon, George W. Bush hat einen überdurchschnittlichen IQ von 125. Also verabschieden wir uns von diesem Gedanken ganz schnell wieder.

Irgendwie komme ich auf keine Lösung. Laut Wissenschaft ist schlussfolgerndes Denken ein großer Teil von Intelligenz. Also habe ich mich grade disqualifiziert und offiziell zum Depp gekürt. Sehr gut. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich mich für nicht intelligent halte. Ich will oft gar keine Lösung finden, vieles ist mir egal. Damit meine ich nicht, das ich mir über nichts Gedanken mache. Ich mache mir viel zu viel Gedanken. 24 Stunden am Tag. Nur sehe ich nicht ein, mich ständig über irgendwelche Design-Fehltritte oder Fußballergebnisse aufzuregen. Ich habe meinen Körper schon genug durch äußere Einflüsse geschwächt, eine Herzinfarkt würde mir da so gar nicht reinpassen. Dumm ist glücklich. Ich fühle mich aber nur sehr selten bis nie glücklich. Was bin ich denn dann? Dummligent? Hehehehe er hat dummligent gesagt.


Und die Moral von der Geschicht‘, zu einer Lösung komm‘ ich nicht. Ich glaube nicht, dass es eine wirkliche Definition von Intelligenz gibt. Mein Problem ist meistens, dass ich mir nie intelligent genug bin. Tatsächlich ist da viel Platz nach oben. Ich finde mich damit ab, einfach nichts zu sein. Ich halt mich da raus.

Das ist mir zu dumm/intelligent.

Am siebten Tag schuf er den Schein.


Eigentlich ergibt das überhaupt keinen Sinn, dass gerade ich mich über Facebook aufrege. Ich würde wahrscheinlich nicht einen Tag ohne auskommen, obwohl die zuckerberg’sche Sozialplattform so ziemlich alles über mich weiß (außer vielleicht meinen echten Namen, dafür meine Handynummer). Von einem Netzwerk, auf dem man mit Freunden in Kontakt bleiben kann, zu einer personalisierten Werbebande, die zusätzlich noch hervorragend dazu dient sich eine völlig überzogene und unrealistische Persönlichkeit zu formen. Aber warum sind wir im Internet auf einmal alle Künstler und Musiker, Fashionexperten und humanitäre Wunderkinder?


Letzte Woche wurde ich gezwungen, den Facebook-Messenger herunter zu laden, um mobil überhaupt noch Nachrichten schreiben zu können. Damit kommt ein Stück mehr meiner Privatsphäre die ich her gebe, obwohl ich meinen Freunden sicher auch auf andere Art und Weise mitteilen könnte, was ich gerade esse, oder welches Projekt ich in diesem Moment nie realisieren werde. Zum Beispiel Instagram. Oder ich rufe sie an. Und trotzdem habe ich mir das Teil geladen. Mit den Jahren scheint es uns immer mehr egal zu sein, wer was mit unseren Daten macht. Wirklich überrascht war doch niemand von der NSA-Affäre.

Ich würde mich da jetzt sehr gerne raus nehmen, aber letztendlich mache ich genau das Gleiche wie jeder andere auch. Das erste was wir nach dem Aufstehen tun, wandelte sich von Frühstück zu Newsfeed durchschauen, vielleicht verpasst man ja etwas. Wenn ich alle Menschen kennen würde, die da täglich durch meine Chronik rauschen, wäre ich 24 Stunden am Tag mit Hände schütteln beschäftigt. Und trotzdem ist es doch interessant, wer schon wieder was gepostet hat, wer mit wem zusammen ist, wer diese Woche welche Haarfarbe hat und wer heute was auf seiner Farm, mit seinen Süßigkeiten oder mit seiner Stadt getan hat (Ich gebe zu, das interessiert mich nun wirklich nicht, hört auf mit den Geschenken! Ich mag nicht mal im echten Leben Geschenke, außer ein Auto, das könnt‘ ich wirklich mal gebrauchen! 29.03. ist der Geburtstag, bitte danke!).

Wenn mich nun irgend jemand Samstag abends in einer Bar darauf anspricht, was Horst schon wieder mit Gertrude getrieben hat, oder was für einen tollen Song Ansgar schon wieder produziert hat, interessiert mich das komischerweise nicht die Bohne. Allgemein interessieren mich die wenigsten Menschen außerhalb meines Freundeskreises, welchen ich bewusst klein halte. Online ist das ganz anders. Wenn man mir vor 10 Jahren gesagt hätte, dass 90% der Menschen in 2014 Bilder von sich von oben machen, das ganze „Selfie“ nennen und seltsame Begriffe darunter mit einer Raute davor schreiben, ich hätte ihm einen Aufenthalt in der nicht allzu fernen Psychiatrie Zwiefalten empfohlen.

Und alle machen fröhlich mit bei dem Rennen um den schönsten Kamerawinkel und retroigsten (Ja das ist ein Wort, ab jetzt ist das ein Wort hab ich gesagt, ich mein das voll ernte!) Filter. Um den intellektuellen Post und dem unbekanntesten bekannten Zitat. Um den langweiligsten Tag (Wer liket, dem scheiße ich auf die Chronik!) und um die krassesten Urlaubserlebnisse (Hier ein Bild von mir vor Meer. Und hier eins vor Meer und Segelboot. Ein „Selfie“ vor der „Ritze“, vor dem Reichstag oder vor dem Dom. Nicht dass dir jemand nach 300 Bildern nicht glaubt, dass du da warst!).

Letztendlich ist Facebook doch nichts anderes als mit der Langeweile (oder der gespielten Langeweile) zurechtzukommen. Wir halten diese Langeweile gar nicht mehr aus, obwohl das die größte Quelle für Ideen ist. Und jetzt rate mal warum ich eine Facebook-Seite aufgemacht habe und einen Blog bei WordPress eröffnet habe. Weil ich natürlich ein abnormales Arbeitstier bin.


Wenn nur die Hälfte stimmen würde, die ich auf Facebook verbreite, wäre ich wahrscheinlich jetzt nicht hier. Ich wäre reich wie Trump, intelligent wie Einstein, friedlich wie Gandhi, schön wie…naja lassen wir das, freundlich wie ein Zeuge Jehovas an der Tür und glücklich wie Buddha. Das alles bin ich nicht mal im Ansatz.

Aber immerhin kann ich so tun. 


[youtube https://www.youtube.com/watch?v=ZRAr354usf8]